Wendepunkte

Schule am CJD

Die Schulzeit ist für uns alle eine prägende Zeit. Meine Zeit erlebte ich am Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland, CJD, in Versmold. Mit tollen Erinnerungen an großartige Lehrkräfte und an Spielnachmittage für Kinder von Geflüchteten und an Demos gegen den Golfkrieg, die wir in meiner Zeit als Schülersprecher organisiert hatten. In meiner Abirede als Jahrgangsstufensprecher formulierte ich es so: „Hier haben wir gelebt, gelernt und manchmal auch gelitten.“ Passt. Heute engagiere ich mich noch in der Generalversammlung des des CJD auf Bundesebene und als Kontrabassist im Orchester des Versmolder CJD.

Handball

Mit dem Handball in der Sportvereinigung Versmold quasi aufgewachsen, übernahm ich früh Verantwortung nicht nur als Spieler, sondern gerade auch als Trainer von Kindermannschaften. Und zwar in einer Zeit, in der ich selbst noch Jugendlicher war. Wäre heute so nicht mehr möglich, war aber trotzdem prägend.

Zivildienst

Die älteren unter uns erinnern sich noch: Der Zivildienst, als Alternative zum Wehrdienst. Ich habe meinen Zivildienst in der Altenpflege der Diakonie in Versmold geleistet. 15 Monate lang. Morgens Pflege von Menschen in ihrem häuslichen Umfeld, nachmittags Betreuung. Eine der prägendsten Erfahrungen in meinem Leben.

Meine erste Polen-Tour

1995 fuhr ich erstmals nach Polen, und zwar im Rahmen der Städtepartnerschaft Dobczyce – Versmold. Es war die erste große Austauschfahrt nach der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags. Wir wurden in Privatfamilien untergebracht. Meine Gasteltern hatten eine Tochter in meinem Alter. Heute ist sie meine Frau, wir haben zwei deutsch-polnische Töchter.  Wir hatten das mit der Städtepartnerschaft eben etwas wörtlicher genommen… Inzwischen spreche ich fließend und verhandlungssicher Polnisch und engagiere mich kräftig im deutsch-polnischen Bereich.

Gründung Anwaltskanzlei

2002, nach dem zweiten juristischen Staatsexamen: Der Schritt in die Selbstständigkeit. Mit einem „alten“ Handballkollegen eine eigene Kanzlei gegründet. Das Gründungsrisiko. Die Erfahrung, das es klappt. Und dann das Gefühl, als zuvor selbst einige Zeit Arbeitsloser nun anderen einen Arbeitsplatz in der Kanzlei zu geben.

Bürgermeisterwahl

2004 wurde ich zum Bürgermeister meiner Heimatstadt Versmold gewählt. „Der ist doch viel zu jung“, war ein Hauptargument der Gegenseite, als ich mich mit 29 Jahren in den Wahlkampf begab und mit 30 gewählt wurde. Bei der Wiederwahl im Jahr 2009 war das kein Argument mehr. Wir haben in der Stadt einiges bewegt. Und auch sehr schwere Entscheidungen treffen müssen. Im Rat ging vieles einstimmig. Manchmal stritten wir auch heftig. Aber immer mit dem gemeinsamen Ziel, unsere Stadt voranzubringen. So soll es sein.

Staatssekretär

2013 wurde ich aus dem Bürgermeisteramt heraus in die Landesregierung berufen. Als Staatssekretär für Integration im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales. Kurze Zeit später setzte die Phase der höchsten Einwanderung von Geflüchteten seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland ein. Integration stand plötzlich im Fokus wie lange nicht mehr. Und wir hatten einiges bewegen können. Bis 2014 galt noch in Deutschland der Grundsatz, dass Integration und Asyl nichts miteinander zu tun hätten. Erst nach der Anerkennung des Asylantrags sollte Integration beginnen. Schon damals war das Unfug. Darum hatten wir es auch geändert. Mit Erfolg. Mit der Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten der Jahre 2015 und 2016 lief es besser, als ich damals erwartet hatte. Ein Fakt, der viel zu selten genannt wird.

Vorstand AWO

Seit 2018 bin ich im Vorstand der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Ostwestfalen-Lippe. Über 4.000 Beschäftigte in nahezu allen Bereichen der Arbeit mit Menschen. Das Soziale und das Kommunale – mit den Tätigkeiten in Stadt, Land und Wohlfahrt schließt sich ein Kreis. Diese Erfahrung will ich in unser Land NRW einbringen.